Partnerorganisation

TFM (Task Force Mapalad) ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich für die Landreform CARP (Comprehensive Agrarian Reform Program) und ländliche Entwicklung in den Philippinen einsetzt. TFM ist in neun Provinzen im ganzen Land aktiv und hat derzeit etwa 25.000 Mitglieder. Die Organisation hilft landlosen Bauern das Land zu bekommen, welches sie im Rahmen der Landreform beantragt haben. In umstrittenen Gebieten übt sie Druck auf die Behörden aus, indem sie die Bauern organisiert, Gespräche vermittelt und, falls nötig, auch Demonstrationen vor den zuständigen regionalen oder nationalen Behörden abhält. Als letzter Schritt werden Hungerstreiks organisiert, um die rechtlichen Ansprüche zu betonen und die Aufmerksamkeit der Medien zu bekommen. TFM ist eine gewaltfreie Organisation und handelt entsprechend dem Gesetz.

CARP wurde 1988 nach heftigen Diskussionen zwischen Abgeordnetenhaus und Senat vom philippinischen Kongress beschlossen. Das CARP sieht vor, Land von Großgrundbesitzern teilweise auf landlose Bauern zu verteilen. Voraussetzung ist, dass die Bauern davor schon auf dem Land des Großgrundbesitzers gearbeitet haben müssen. Um eigenes Land zu bekommen, müssen die Bauern einen Antrag beim Agrarreformministerium (DAR) stellen, wo geprüft wird, ob sie Anrecht auf das Land haben. Das Land wird zunächst vom DAR klassifizert, um sicherzustellen, dass es unter das CARP fällt (einige Ausnahmen siehe unten). Falls der Bauer Anrecht auf das Land hat, wird ein Certificate of Land Ownership Award (CLOA) über maximal drei Hektar Land vom Register of Deeds ausgestellt. Der Großgrundbesitzer darf bis zu 24 Hektar Land für sich behalten, wenn er selbst dort wohnt.

Das CARP bietet jedoch zahlreiche Schlupflöcher, um der Landverteilung zu entkommen. Beispielhaft sollen hier einige genannt werden:

  • Industriell genutztes Land fällt nicht unter CARP. Das kann dazu führen, dass die Großgrundbesitzer ihr Land offiziell einer Firma überschreiben, es aber weiterhin selbst nutzen.
  • Weideland wird nicht verteilt, weshalb manche Großgrundbesitzer kurz vor der Klassifizierung z.B. Rinder auf Kokosnussplantagen lassen, damit das Land als Weideland und nicht als Kokosnussplantage eingeordnet wird.
  • Ebenso wird Land zur Fischzucht nicht verteilt. Das kann zu dem kuriosen Ergebnis führen, dass auf Negros der Teil einer Zuckerrohrplantage offiziell als Fischzucht deklariert wird, weit und breit aber kein einziger Fisch zu sehen ist.

Dabei sollte immer im Hinterkopf behalten werden, dass die Großgrundbesitzer auch viel politische Macht und Einfluss besitzen. Sie oder ihre Familienangehörige haben meistens in den lokalen/kommunalen oder sogar nationalen politischen Strukturen einen festen Platz und können so häufig auch die örtlichen Vertreter z.B. des DAR wählen und/oder zu ihren Gunsten beeinflussen. Korruption ist auf den Philippinen weit verbreitet.

Advertisements