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Arbeiten unter erschwerten Bedingungen



Manchmal ist es sogar ganz angenehm, wenn der Strom wieder ausfällt. Ein Anlass eine Pause zu machen und alles für einen Moment ruhen zu lassen. Nachts freuen wir uns immer wieder über viele kleine Lampen, Kerzen und Öllampen, die plötzlich überall auftauchen und die Unterbrechung jeglicher Popmusik, die überall im Land in voller Lautstärke aus zahllosen Boxen scheppert.

An anderen Tagen bin ich genervt. Es widerspricht einfach der Gewohnheit, nicht selber darüber bestimmen zu können, wann wieder Zeit für eine Pause gekommen ist, und wann es wieder an die Rechner geht. Heute hatten wir beinahe den gesamten Vormittag keine Stromversorgung. Das Wasser, das etwas zeitgleich ausfiel, fließt immer noch nicht wieder.

Dazu kommen dann die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags: Eine unnütze Visite im Provincial DAR und Verweise auf bürokratische Regelungen und Hemmnisse (mindestens so ausgefeilt wie wir es aus Deutschland schon kennen), die unnötig viel Zeit beanspruchen. Ein Jeepney, der in Hoffnung auf mehr Kundschaft die Fahrt unterbricht und übermäßig lange an der Mall wartet und mich zum mitwarten zwingt. Ein verwahrlostes Bettelkind, dem ich nicht helfen kann. In das Loch im Gehweg trete ich unaufmerksam rein und schürfe mir die Ferse auf. Überall liegt Müll, und auf die Bestellung an der Imbissbude lautet die notorisch gleichbleibende Antwort „Sorry Ma’am, not available.“

Also fahre ich wieder hungrig zurück, verschwitzt wegen der extremen Hitze und dem stockenden Verkehr durch den kein Fahrtwind entstehen kann. Betrete unser Office, dass immer noch keine Wasserversorgung hat und tröste mich damit, dass wenigstens das Internet funktioniert. Zumindest jetzt gerade mal wieder. /ah/

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Heute kein Stromausfall?

Eigentlich seien auf Negros Stromausfälle eher selten. Die Insel werde über Wasserkraft und Geothermik verhältnismäßig zuverlässig versorgt und normalerweise funktioniere die Stromversorgung sehr gut… heißt es. Dennoch ist in den vergangenen Tagen jeden Abend der Strom ausgefallen. An manchen Tagen gab es auch Nachmittags einen ersten Brownout, wie Stromausfälle hier genannt werden.

Das soll mit dem El Niño zusammenhängen, ein Klimaphänomen, dessen Auswirkungen üblicherweise in der Gegend von Peru zu spüren seien und auf das die ungewöhnliche Hitze, die wir hier bislang erlebt haben, ebenfalls zurückgeführt wird. Dadurch, dass die Flüsse weniger Wasser führen verliere die Energiegewinnung durch Wasserkraft an Effizienz und die Folge seien die Stromausfälle, die uns dazu zwingen die Rechner auszuschalten und die Arbeiten liegen zu lassen.

Oft versagt so auch unsere Versorgung mit Leitungswasser, weshalb eine Tonne zur Reserve unseren Balkon ziert. Aber es gibt viel drastischere Auswirkungen und Reaktionen: Viele Reisfelder vertrocknen, Carabaos und andere (sicher nicht nur Nutz-)Tiere sterben, es gibt Ernteausfälle und verstärkte Versuche der Regierung den ausbleibenden Regen chemisch zu erzwingen.

Es wird dauern, bis vorläufig eine natürliche Verbesserung der Wetterverhältnisse eintritt. Die Hitzeperiode beginnt üblicherweise im April und endet Anfang Juli. /ah/

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