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Ei ei ei – Balut!

Wir haben es hinter uns. Und sehr wahrscheinlich wird es für uns alle eine once-in-a-lifetime experience sein. Etwas, das getan werden musste, um es nun einmal getan zu haben. Balut essen ist so eine Sache – als die philippinische Spezialität schlechthin fast eine Verpflichtung es zu probieren, wenn man nicht ahnungslos bleiben will- und als ahnungslose Touristin erst recht nicht gelten will.

Von außen betrachtet ist Balut ein recht harmloses Ei, weiß und rund, und einfach nur Ei. Innen dagegen ist es ein befruchtetes, für zwei Wochen oder mehr ausgebrütetes Entenei, das gekocht und dann genussvoll als kleiner Snack verzehrt wird (so die Theorie, das genussvoll kann in unserem Fall allerdings definitiv gestrichen werden). Man bekommt es (nest-)warm in die Hand, pellt es oben (oder unten, Ansichtssache) ein bisschen und schlürft die lauwarme Flüssigkeit heraus, die etwas nach Hühnerbrühe schmeckt. Dann wird weiter gepellt, bis der Embryo zum Vorschein kommt und mit etwas Salz gegessen wird. Halbwegs erprobt können wir jetzt raten, bei eher schummerigem Licht das erste Balut zu essen. Dann schmeckt es so schlecht eigentlich nicht- vorausgesetzt man denkt nicht allzu viel und konzentriert sich krampfhaft auf den kulinarischen Aspekt.

Siebzehn Tage alt waren unsere ersten -und höchstwahrscheinlich letzten- Entenembryos, etwa vierzehn Tage sind die jüngsten Baluts- nach oben hin gibt es eigentlich keine Grenze (eventuell nur, wenn ein kleines intelligentes Entenküken sich für ein Frühschlüpfen entscheidet und damit möglicherweise sein Leben retten kann- genaueres darüber und über die Schlauheit von Entenjungen im Allgemeinen wissen wir allerdings nicht).

Beim älteren Balut sind dann naturgemäß schon Federn, Schnabelansatz und so weiter inklusive…

Dieses Balut ist zwei Tage jünger als die von uns gegessenen und hübsch angerichtet in Essigsoße

Man könnte natürlich auch einfach Chicken essen, das nicht nur in Bacolod (angeblich gibt’s hier philippinenweit das beste) sondern sowieso besser schmeckt und satt macht obendrein. Aber Balut wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt, und nicht wenige scheinen davon fest überzeugt. So auch Teamkollege Steffen, regelmäßiger Balutesser, der den Satz „Balut gives you strong knees“ verinnerlicht hat und immer wieder gerne kundtut. Ob Steffen gehäuft Embryos verspeist, weil es so gut wirkt oder er immer noch hofft, das wollen wir so genau auch gar nicht wissen- seine Knie jedenfalls sehen bis jetzt noch ganz normal aus.

Für uns ist Balut erstmal gegessene Sache – und nach so einem Embryo ist Karaokesingen dann auch kein Problem mehr….. /fm/

P.s. An dieser Stelle beste Grüße an Lena Z. und ihr nächstes Frühstücksei!

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