Archiv der Kategorie: SONA

Auf ein Neues Jahr

Auf Wiedersehen 2013! Willkommen 2014! So unspektakulär lässt sich der Übergang zwischen den beiden Jahren auf der Insel Negros beschreiben. Es ist beileibe nicht so, dass sich in den letzten Monaten nicht einiges getan hätte, noch dass die nächsten paar Monate belanglos zu werden scheinen. Die Atmosphäre gleicht eher einer kurzen Pause zwischen zwei turbulenten Phasen, in der sich die Dinge neu ordnen müssen. Eine Situation, in der sich nicht nur wir als Observer, sondern auch Regierungsministerien und Vertreter der Zivilgesellschaft befinden. Bevor es um den Start ins neue Jahr geht und einem kurzem Ausblick auf die kommenden Monate, lohnt es sich daher einen Rückblick auf das Jahr 2013 zu werfen – besser gesagt die zweite Jahreshälfte.

Source: IPON 2014

Source: IPON 2014

Zusammengefasst war die Zeit aus Sicht des Agrarkonflikts geprägt von offiziellen Versprechen auf Seiten des Präsidenten Benigno S. Aquino III (siehe Blog vom 2. August 2013: https://iponnegros.wordpress.com/), geplanten und doch wieder verschobenen Protestaktionen unserer Partner von TFM, sowie eine über allem hängende Ungewissheit wie sich die im Juni 2014 auslaufende Agrarreform weiter auswirken wird. Positiv kann die geringe Anzahl an Menschenrechtsverletzungen zur Kenntnis genommen werden. Der Trend im Jahr 2013 ging laut Aussagen vieler Farmer und Aktivisten weg von offensichtlichen Gewaltaktionen gegen Menschenrechtsverteidiger und hin zu diversen Verzögerungstaktiken und damit verbundenen Gerichtsverfahren. Dadurch hängen Fälle von Agrarkonflikten lange und kostspielig in der Schwebe, was die Sache vor allem für unsere Partner von TFM beschwerlich macht. Auf der einen Seite gilt es die Rechte auf das eigene Land weiter einzufordern, auf der anderen Seite müssen die langen Durststrecken überwunden werden, in denen es anscheinend keinen Fortschritt zu verzeichnen gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass mancherorts andere Akteure aktiv werden und mit vielversprechenden Lösungsdialogen locken. So geschehen durch die Task Force angeführt vom philippinischen Militär im Fall der Hacienda Carmenchika (siehe Blog vom 6. November 2013). Und selbst die umfassenden, von offizieller Seite als „Rationalisierungsmaßnahmen“ bezeichneten Umstrukturierungen des für die Agrarreform zuständigen Ministeriums, dem Department of Agrarion Reform (DAR), welche die Arbeit beschleunigen sollen und die bisherigen Anträge bis zum Auslaufen des CARP im Juni 2014 erfolgreich beenden sollen, lassen viele Kritiker weiterhin zweifeln.

Doch trotz dieser multilateralen Entwicklungen, stand die zweite Jahreshälfte ganz im Schatten nationaler Ereignisse und Tragödien. Den Anfang machte die sich immer weiter in den Sumpf aus Verbrechen und Korruption drehende Spirale des Falles Janet Lim Napoles , besser bekannt unter dem Namen „Pork Barrel Scam“ (siehe Blog vom 19. September 2013). Ein Aufschrei ging durch die Öffentlichkeit als die kriminellen Aktionen diverser Regierungsvertreter ans Licht rückten und die Philippinen für Monate beherrschten, bzw. dies immer noch tun. Die veruntreuten 10 Milliarden Peso (über 162 Millionen Euro) erschütterten den Glauben in die Politik bis ins Mark. Von den diversen Frontseiten der Magazine und Tageszeitungen verdrängt wurde das Thema nur durch das Desaster, welches der Super-Taifun Haiyan/Yolanda über das Land brachte. Besonders die Gebiete im Osten, auf der Insel Leyte waren heftigst von der Katastrophe betroffen. Doch auch auf Negros sorgte der Sturm vor allem im Norden für Chaos. Zerstörte Häuser, eine schwer beschädigte Infrastruktur sowie Ernte- und Fischereiausfälle in Höhe von ca. 275,5 Millionen Peso (umgerechnet ungefähr 4,6 Millionen Euro) machten vor allem der vom Agrarsektor abhängigen Bevölkerung zu schaffen. Unsere Partnerorganisation TFM ist weiterhin dabei, einen umfangreichen Hilfsplan für ihre Mitglieder auf den Großplantagen durchzuführen, der Hilfslieferungen und Wiederaufbaumaßnahmen beinhaltet.

Source: IPON 2013

Source: IPON 2013

So viel zum Thema 2013. Viele der beschriebenen Entwicklungen die in dem abgelaufenen Jahr ihren Anfang nahmen, werfen ihre Schatten voraus. Das Auslaufen des CARP Programms und die damit verbunden Konsequenzen sind für uns als Observer natürlich von besonderem Interesse. Zwei Ereignisse wurden in diesem Zusammenhang bereits erwähnt. Zum einen Präsident Aquino’s Versprechen die Arbeit konsequent zu Ende zu führen, und zum anderen die von der Regierung beschlossenen Umstrukturierungsmaßnahmen für die verantwortliche Behörde, das DAR. Auf dem ersten Blick, scheint es tatsächlich einen politischen Willen zu geben, die Probleme anzugehen und die noch zahlreichen Anträge auf eigenes Land bearbeiten zu wollen. Doch in Verbindung mit den ebenfalls bereits erwähnten Verzögerungen und Gerichtsprozessen, der Ungeduld vieler Farmer und das durch Korruptionsvorwürfe verlorene Vertrauen in die Regierung bleibt es abzuwarten, ob diese Aktionen wirklich Erfolg versprechend sind. In Anbetracht der Tatsachen scheint es nicht verwunderlich, dass TFM und viele weitere Organisationen den Druck auf die relevanten Akteure erhöhen wollen. Ob in Form von Kampagnen, Demonstrationen oder anderweitiger Aktionen, die nächsten Monate versprechen einige höchst interessante Entwicklungen bereit zu stellen.

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Aquino’s SONA – The Aftermath

As the streets of Manila cleared after a particular busy day on Monday – busy even by the high standards of the rowdy Metro area – we take a look back and assess the dominant topic of the week.

It has been quite an eventful past couple of days for us IPON Observers on Negros as well. Amongst Hacienda tours and visits to government officials, we kept a watchful eye on the highly anticipated State of the Nation Address (or SONA, as it is colloquially known in the Philippines) by President Benigno S. Aquino III. Accompanied by violent protests in Manila, including the occasional burning of Aquino-like puppets in the streets of the Capital, the President went on, unimpressed, to deliver his speech. As we pointed out in our last blog, it was a point of great interest amongst many activists whether or not he would address the subject of human rights abuses in the Philippines and the current process of the CARP.  Our partner organisation Task Force Mapalad (TFM) had already announced beforehand that if Aquino would not follow up on his promises to announce measures to curb the ongoing violations of international human rights – or at least acknowledge the very existence of such problems – and bring the CARP Reform to a satisfying conclusion, they would answer with a protest march on Manila. Before we go any further and consider the consequences, let’s take a quick look at the speech itself. President Aquino did indeed not comment on the human rights situation in his country right now. The general focus of the SONA was on economic topics – complete with a great many statistics and numbers to stress the current upward trend – and the pledge to fight corruption and promote transparency. Now, measures to emphasise good governance are indeed noteworthy and their implementation a necessary tool to increase government performance, but surely that is no reason to ignore the other big problems that exist in Filipino society. Violations and abuses of human rights are still very much present and the perpetrators can still be found among state actors. Ignoring this is a fatal sign that arbitrary judgement continues to be an official matter.

Source: Asian Correspondent, www.asiancorrespondent.com

Source: Asian Correspondent, www.asiancorrespondent.com

What Aquino actually did, was to comment on the CARP process. Or, to be more precise, he briefly mentioned the ongoing land reform on his very own Hacienda Luisita and acknowledged delays with regard to the program as a whole. In addition, he had some tips for independent farmers on how they would be able to make some extra income by planting additional crops. The transcript of the relevant paragraph can be read here: 

If there is one topic my name is often associated with, that would have to be Hacienda Luisita. I would like to inform you that back in February, in compliance with the decision of the Supreme Court, the Department of Agrarian Reform has completed the list of qualified beneficiaries for the land in Luisita. According to Secretary Gil de los Reyes, the process to determine the beneficiaries’ lots began last week, and the turnover of these lots will begin in September of this year.

As for other large tracts of land: We have long tasked the DAR, DENR, LRA, and Land Bank to develop a framework for speeding up the parceling out of land. I would like to remind everyone: Correct data is the first step to the orderly implementation of CARPER. But we inherited a land records system that is problematic and defective. This is why, from the start, the DOJ, LRA, DENR, and DAR have worked to fix this system, and now we are at a point where we can guarantee that in the next year, all notices of coverage will have been served for lands covered by comprehensive agrarian reform.

Considering the length of the SONA this brief reference is wholly unsatisfying, both for us as human rights observers, as well as for the farmers affected. Indeed, the process of land segregation at Hacienda Luisita is far from over, with several groups still vying for possession of land. Furthermore, problems with correct data surveys still hamper proper land processing and it remains doubtful that the CARP can be properly finalized within the tight deadline until next year.

The TFM will therefore make their voices be heard and try to get the country’s and the President’s attention when they organise their rally in Manila. Said protest is planned to start in early August and will last as long as the farmers do not receive an appropriate response from the government. We will continue to monitor the situation to make sure that human rights defenders can undertake their protest march actions free from threats or violence.

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SONA 2013 – Great Expectations

Leaving a dusky and rainy weekend behind, the IPON Negros team happily goes into another week in Bacolod.  The sun seems to have awaken from its temporary lethargy and an aura of sunny peace and tranquility has been surrounding the routine in our neighbourhood from very early hours.

For us three, as a brand-new team in Negros Occidental, every Monday is accompanied by the excitement and expectations of new events and activities to come: contacts being forged among the Task Force Mapalad (TFM) Hacienda farmers’ representatives, old cases from former teams being relived and reviewed and discussions raised on potential projects to be launched during the next months.

But today’s Monday is not one like any other.

Today, President Benigno S. Aquino III is holding his fourth State of the Nation Address (SONA) since him entering his role back in May 2010. The SONA is mandated by the 1987 Constitution and is an annual address by the President of the Republic of the Philippines to the Filipinos through a Joint session of the Congress of the Philippines. The speech is being held today at 2pm in the Batasang Pambansa Complex in Quezon, the same venue where Corazón Aquino, the mother of the current President, held her first SONA upon the re-establishment of the Congress in 1987.

Source: Official Gazette of the Republic of the Philippines, http://www.gov.ph/

From the perspective of our mature and well-established European democracies, this annual event may be seen as a mere occasion for the government to highlight its achievements and leave aside any performance failures since last July 2012. However, the overall feeling here in the Philippines today is far different from such a view. There are great expectations and hopes connected to today’s SONA as Aquino is facing a much more demanding audience, eager to obtain palpable results of his numerous promises. Unlike previous SONAs of his presidential term, a standard discourse shaped and tinged by the good intentions after the take-over from the Gloria Macapagal-Arroyo’s administration will not suffice.

One of this demanding social actors is our partner organization TFM, whose next steps and actions, including a possible protest march in Manila in August (s. our blog entry Promised Land) are closely dependent upon the attention paid today by Aquino to land issues and the effective implementation of the Comprehensive Agrarian Reform Programme (CARP, Republic Act NO. 6657 as amended by RA 7881, 7905, 8532 and 9700).

But not only will the speech this afternoon affect TFM’s objectives and priorities and thus indirectly IPON’s agenda in Negros: a protest rally against the SONA and the Aquino government itself has been organized by different filipino and foreign human Rights non-government organizations, community and advocate groups concerned about the human rights situation in the country, all of them coordinated under the umbrella of  the global network International Conference for Human Rights and Peace in the Philippines (ICHRPP).

Human rights violations are expected to constitute one of the issues addressed by the President today, reacting to the demands of these groups for accountability of state crimes such as  extrajudicial killings and enforced disappearance commited mainly by the  military and other state security forces during the previous decade. This, together with the desire for freedom for political prisoners and a stop on militarization of rural communities should require a direct approach by Aquino to the Armed Forces of the Philippines (AFP) and the Philippine National Police (PNP) during his speech today.

As the day moves forward into noon, our expectancy and hopes, too, increase on this regular Monday morning. We look forward to offer you an update,  upon delivery by the President, as soon as the speech is available in English.

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