Monatsarchiv: Juli 2012

Gekommen, um zu bleiben!

Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did.

So throw off the bowlines.

Sail away from the safe harbor.

Catch the trade winds in your sails.

Explore. Dream. Discover.

Zugegeben – es gibt weitaus elegantere, kreativere und spannendere Einstiege in einen Blogeintrag als ein bereits oft gelesenes Mark-Twain-Zitat. Trotzdem steht dieses lyrische Bruchstück aus der Feder des Schöpfers von Huck Finn und Tom Sawyer nun am Anfang des ersten Web-Beitrags von uns, Anne, Ann-Kathrin und Lukas, dem neuen IPON-Team auf Negros. Warum das Ganze? Weil es einfach – metaphorisch verpackt – sehr gut beschreibt, wie wir uns fühlen und warum wir uns auf das „Abenteuer Philippinen“ eingelassen haben, um für IPON zu arbeiten. Sich freischwimmen, die Alltagsroutine durchbrechen, etwas völlig Anderes machen, die Vielgestaltigkeit des Lebens kennenlernen und sich für andere Menschen einsetzen – das ist der Antrieb. Dabei wollen wir aber natürlich mehr sein als bloße Abenteurer. Der Anspruch ist zwar nicht, á la Tim Bendzko mal eben kurz die Welt zu retten, aber wir sind davon überzeugt, mit IPON eine Organisation gefunden zu haben, für deren Ziele und Visionen sich jedes aktive Engagement lohnt.

Wie beschreibt man nun die erste Woche in den Philippinen? Kulturschock? Natürlich ist alles neu, ungewohnt, auch fremd, aber Kulturschock klingt irgendwie zu sehr nach Klischee und ist als Begriff in diesem Kontext auch überstrapaziert. Ein kaleidoskopartiges Einprasseln der unterschiedlichsten Eindrücke und Situationen trifft es wohl eher. Bis zu 15 Menschen auf einem kleinen, putzigen Tricyle. Das ständige Winken und freundliche Grüßen durch die Einheimischen. Der sich durch die Stadt ziehende Geruchsmix aus frisch gefangenem Fisch, dem Essen der kleinen Eatery-Privatrestaurant und den Abgasen der unzähligen, die Straßen verstopfenden Fahrzeuge. Eine Luftfeuchtigkeit, die sich beim Verlassen des Hauses wie eine Wand anfühlt, gegen die man läuft. Der Genuss von lokal geernteten Mangos, Ananas und Kokosnüssen. Man versucht, die einzelnen Momente und Gegebenheiten aufzusaugen, spürt aber gleichzeitig auch eine gewisse Reizüberflutung.

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Jeepney fahren – ein großer Spaß!

Unsere Einarbeitungszeit war sehr intensiv und lehrreich. Hacienda-Profile lesen, sich mit Finanzen auseinander setzen, die Stadt mehr oder weniger kennenlernen. Hauruck-Verfahren oder Schnelldurchlauf sind wohl zwei Worte, die unsere ersten drei Tage in Bacolod ganz treffend umschreiben. Ob wir uns nun für die nächsten Wochen und Monate gewappnet sehen, ist schwierig zu beantworten. Die ein oder andere Irrfahrt durch die Stadt, weil wir mal wieder in den falschen Jeepney eingestiegen sind, wird uns ganz sicher noch bevorstehen. Doch im Grunde liegt ein Geheimnis des Lebens ja darin, siebenmal hinzufallen, aber achtmal wieder aufzustehen.

Die ersten Treffen mit verschiedenen Mitgliedern unserer Partnerorganisation TFM verliefen aus unserer Sicht erstaunlich gut und vielversprechend. Ausgestattet mit einem Bündel von Visitenkarten und IPON-Profilen haben wir bei Meetings in Cadiz und in La Castellana die Möglichkeit genutzt, uns persönlich vorzustellen, IPON weiter bekannt zu machen und von den Bauern ein Update in Bezug auf die Menschenrechtslage auf den einzelnen Haziendas zu bekommen. Dabei haben wir uns über die große Wertschätzung, die uns die einzelnen TFM-Mitglieder auf Anhieb entgegen brachten, sehr gefreut.

Ab morgen stehen dann die ersten Hacienda-Besuche auf der Agenda. Wir sind sehr gespannt und unfassbar neugierig, was uns dort erwartet und hoffen auf weitere, wertvolle Informationen für unsere Arbeit.

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