Monatsarchiv: Januar 2012

Neuer “Observer” erschienen

Die neue Ausgabe der Zeitschrift “OBSERVER” ist erschienen. Nachdem in der letzten Ausgabe das Thema des politischen Wandels nach dem Regierungswechsel besprochen wurde, beschäftigt sich die neue Ausgabe mit dem Thema Red-Baiting (Brandmarkung als Kommunisten), zu dem wir ein Projekteschwerpunkt mit Konferenz im Jahr 2011 durchführten.

OBSERVER nr. V

Red baiting: civil society under general suspicion.

Wie sieht das Verhältnis Politik-Verwaltung aus, welche Rolle spielen die unterschiedlichen Verwaltungsebenen und welche Veränderungen hat der Regierungswechsel für die Lage der Menschenrechtsverteidiger_innen? Bringt Präsident Benigno ‚Noynoy’ Aquino den erhofften Wandel in Bezug auf die Menschenrechtslage im Land?

Aus dem Inhaltsverzeichnis:
o Red-Baiting in the Philippines
o The Violence of Red-Baiting Against Civil Society
o Red-Baiting: A Tool of Repression, Then and Now
o Review: Conference on Red-Baiting in the Philippines
o Monologue by CHR: “Red-Baiting and Human Rights”
o The EU and Extra-Judicial Killings in the Philippines
o Negros and the Years before the Final Curtain Falls.
o Terrorists or Terrorised? – Abu Sayyaf-Baiting in the Philippines
o Indigenous Group in Central Mindanao Struggles for Homeland
o Arbitrary Act by the Police in Dresden
o Red-Baiting as Part of the Counter-Insurgency Strategy in Peru of the 1980s and 1990s

Erhältlich ist die Ausgabe wie immer für 3 EURO (zuzügl. Versandkosten) unter: 040 – 25 49 19 47; oder kontakt[et]ipon-philippines.org

 

Auf der IPON-Hauptseite gibts die ersten Seiten der Ausgabe zum Download. Hier gibts auch die älteren Ausgaben./vv/

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Ein weiteres Jahr Zusammenarbeit

Am 16. Dezember 2011 wurde das Mandat, auf ddem die Zusammenarbeit von IPON und unserer Partnerorganisation in Negros Task Force Mapalad, kurz TFM basiert, für ein weiteres Jahr verlängert.

Als wir – anderthalb Stunden, bevor die eigentliche Konferenz beginnen sollte – im TFM Büro ankamen, waren bereits Angestellte der für Essen, Trinken und dem allgemeinem Vergnügen zuständigen Eatery [kleine lokale Restaurants] dabei, die Videoke-Anlage zum Laufen zu bringen. Während also die ersten Gäste eintrudelten und wir auf weitere bekannte Gesichter warteten, wurden die Stimmen geölt und die ersten paar Lieder gesungen. Gegen 11 Uhr waren durch die spontan auf den gleichen Tag verlegte TFM-Weihnachtsfeier rund 70 Leute da, von denen wir ca. 25 eingeladen hatten. Von den von uns betreuten Haciendas waren anwesend: Hacienda Bacan mit sieben, Hacienda Mulawin mit vier, Hacienda Teves mit zwei, Hacienda Victoria mit einer und Hacienda Agueda mit vier Personen.

Bauern sitzen und gucken

Nach einer kurzen Begrüßung von Lena Pfeffer hielt José Rodito Angeles, ehemaliger Präsident von TFM und ein Mann, dessen Mitarbeit wir sehr zu schätzen wissen, eine Rede zu der Arbeit und Geschichte von IPON. Er ging auf die für die Bauern relevanten Menschenrechte ein und erklärte, auf welche Weise die Präsenz von IPON ihnen bei der Einhaltung dieser Rechte behilflich war und weiterhin sein kann. Auch sagte er, dass unsere Anwesenheit einen entscheidenden Anteil daran habe, dass viele der versammelten TFM-Bauern ihr Land heute ungestört bearbeiten können. José betonte jedoch, dass die Präsenz von IPON wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen dennoch weiter nötig und eine Zusammenarbeit von TFM ausdrücklich erwünscht sei.

An zweiter Stelle hielt Dani Gaban, Koordinator von TFM und unsere primäre Ansprechperson, einen Vortrag. Dani erklärte im Detail die Arbeitsweise von IPON und untermauerte die bisherigen und noch zu erreichenden Erfolge beider Organisationen mit einigen Zahlen und Fakten. So stehen auf Negros noch immer 135.000ha aus, die unter der Landreform verteilt werden sollen. Davon gehören (nach legalen Begriffen; de facto stimmt dies leider nicht) rund 13.000ha von TFM organisierten Bauern. Seit Juli 2011 wurden insgesamt nur noch 800ha verteilt und im gesamten Jahr 2011 wurde kein einziger CLOA-Titel [Certificate of Land Ownership Award: Besitztitel, mit dem die Bauern CARP-fähiges Land zugesprochen bekommen] mehr für TFM-Bauern ausgestellt.

Anschließend nannte uns Dani drei weitere Haciendas, die für IPON von Interesse sein könnten und mit deren Bauernführern wir uns demnächst treffen werden: Hacienda Anita, Hacienda Teresa und Hacienda Ledesama. Nach Danis Rede widmeten wir uns der finanziellen Entschädigung der Bauern für die Busfahrten und schließlich – mit knurrenden Mägen – dem Mittagessen.

Nach dem Mittagessen kamen wir, die IPON Mitglieder, an die Reihe. In unseren anschließenden Redebeiträgen stellten wir die grobe Entwicklung der Situationen auf den Haciendas seit der letzten Mandatskonferenz sowie zukünftige Projekte, darunter den Präsidentenbrief und Danis Deutschland-Besuchsreise, vor. Denise und ich erklärten in Grundzügen den Inhalt des Mandatsvertrages. Diesem Moment ging eine grundlegende Veränderung einiger Punkte des Vertragstextes voraus; uns lag vor allem am Herzen, die Einhaltung der Gewaltfreiheit als Voraussetzung für unsere Kooperation stärker zu betonen. Anschließend wurden Kopien auf Ilonggo bzw. Cebuano an die anwesenden Bauern verteilt und der gesamte Vertrag von unserer Übersetzerin, Ava Sumbi, vorgelesen. Um 14:34 Uhr wurde schließlich der Mandatsvertrag zwischen IPON und TFM durch Dani Gaban, Alberto Jayme, Lani Factor und José Angeles für TFM und Gerlinde Becker, Denise Klein-Allermann und Tobias Lorch für IPON unterschrieben.

Mandatskonferenz Dezember 2011

Leider wurde der Anlass der Mandatskonferenz wie auch die hohe Zahl anwesender TFM-Bauern von José Angeles, Dani Gaban wie auch Lani Factor (Vizekoordinatorin von TFM) genutzt, um auch organisationsinterne Themen anzusprechen. So hielten sie auch nach Unterzeichnung des Vertrages lange und ausschweifende Reden über geplante TFM Termine und Kampagnen, wodurch die Mandatskonferenz und der Mandatsvertrag – eigentlicher Anlass der Zusammenkunft – in den Hintergrund gerückt wurden. Auch war Dani Gaban selbst des Öfteren während der Konferenz wie auch bei der Vorstellung seiner Deutschlandreise abwesend. Stattdessen beschäftigten ihn private Gespräche und sonstige Tätigkeiten im Büro.

Dennoch konnten wir um 14:50 nach einer letzten Danksagung und Aufforderung unsererseits, mit Problemen, Anliegen und Vorschlägen jederzeit zu uns zu kommen, die Mandatskonferenz für beendet erklären und in den gemütlichen Red-Horse-Videoke-Teil [Red Horse: lokale Biermarke] übergehen.

Abschließend lässt sich die Mandatskonferenz als positive Erfahrung für TFM und IPON bewerten. Durch die hohe Anzahl von anwesenden TFM-Mitgliedern bekamen wir die Möglichkeit, unser Arbeitskonzept auch denjenigen vorzustellen, auf deren Haciendas wir nicht arbeiten. Wir hoffen, dass trotz eines mangelnden Interesses an unseren Reden von Dani Gaban noch weiterhin Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, wie es uns von verschiedenen Seiten wiederholt bestätigt wurde. /gb/

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