Monatsarchiv: Dezember 2010

Hacienda Teves – Eine unendliche Geschichte?

19.

Die Bauern unserer Partnerorganisation Task Force Mapalad (TFM) waren seit Ende September in Manila, um vor dem Department of Agrarian Reform (DAR) einen Camp-Out durchzuführen. Dadurch wollten sie eine Installation (selbstständige Landübernahme) für Hacienda Bacan* und Teves erreichen. Auf der Hacienda Teves soll zudem ein ständiger Außenposten der Polizei eingerichtet werden. Weiterlesen

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Bunte Gewalt in Thailand

18.

Im Jahr 2006 fand der 18. Militärputsch in der thailändischen Geschichte statt. Der damalige Premierminister Thaksin Shinawatra wurde während seiner Abwesenheit entmachtet, mit Duldung des Königs. Damit endete das 15 Jahre dauernde Demokratieexperiment. Seitdem kam das Land nicht mehr richtig zur Ruhe.

In diesem Jahr war Thailand mit blutigen Unruhen wieder in den Nachrichten. „Rothemden“ (United Front for Democracy against Dictatorship) standen „Gelbhemden“ (People’s Alliance for Democracy) gegenüber. In politische Lager übersetzt heißt das Anhänger Thaksins gegen den nach dem Putsch an die Macht gekommene Premierminister Abhisit Vejjajiva. Laut der australischen Zeitung „National Times“ wurden bis Juni 85 Menschen getötet und 1402 verletzt. Im Gegensatz zum Großteil der westlichen Berichterstattung, handelte es sich jedoch nicht um einen Kampf Arm gegen Reich, sondern eher alte gegen neue politische Klasse. Die Rothemden, wie die Gelbhemden die Demokratie im Namen tragend, sind lange nicht so friedlich wie es sonst unter Demokratiebewegungen üblich ist. Mindestens elf Tote und 411 Verletzte gehen auf ihr Konto. Gegen das Militär, welches auf Seite der Gelbhemden steht, kamen sie natürlich nicht an. Während der gewaltsamen Auseinandersetzungen wurde auch auf Zivilisten und Sanitäter geschossen – ein klarer Verstoß gegen Menschenrechte und die Genfer Konvention.

Rothemden und Militär stehen sich gegenüber

Foto: Reuters

Die Proteste der Rothemden gegen Premierminister Abhisit und die Forderung nach Neuwahlen begannen zunächst friedlich. Nach und nach spitze sich die Lage jedoch zu. Als die Rothemden im April in das Parlamentsgebäude eindrangen, wurde der Ausnahmezustand verhängt und die Gewalt begann. Als die Regierungstruppen die Rothemden von einer besetzten Brücke vertreiben wollten, wurden 25 Menschen getötet und mehr als 800 verletzt.  Verhandlungsversuche im Mai scheiterten. Am 19. Mai stürmte das Militär ein besetztes Viertel unter Zuhilfenahme von gepanzerten Fahrzeugen (die nebenbei erwähnt in Zukunft mit deutschen Motoren ausgestattet  sein werden).

Auch wenn es in Thailand in den letzten Monaten etwas ruhiger geworden ist und eine Demonstration im September friedlich verlaufen war, ist das Problem noch nicht gelöst. Der Ausnahmezustand gilt noch bis Januar, gegen Thaksin und 24 weitere Oppositionsführer wurden Anklage wegen Verstöße gegen die Anti-Terror-Gesetze erhoben. Im schlimmsten Fall können sie dafür mit dem Tod bestraft werden. Sollte es tatsächlich so weit kommen, sind erneute Demonstrationen und Gewalt nicht ausgeschlossen. /mf/

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Die schokoladigste Versuchung…

17.

Kakaobohnen. Bild: David Monniaux.

Kakao. Grundlage so vieler unserer Lieblings-Lebensmittel. Schon seit dreitausend Jahren wissen die indigenen Völker Lateinamerikas die leckere Bohne, verarbeitet zu gegorenem Getränken und später zu feuriger Trinkschokolade oder reichhaltigen Kakao-Saucen, zu schätzen. Auch wir wissen schon seit unserer Kindheit: Schokolade macht glücklich! Dass das wirklich stimmt, belegen sogar wissenschaftliche Studien: Kakao enthält Theobromin, das, ähnlich dem Koffein, eine leicht aufweckende und stimmungssteigernde Wirkung hat. Aber geben wir es doch zu: vor allem schmeckt Schokolade nun einmal! Und so konsumiert jeder Deutsche im Schnitt 11,4 Kilogramm Schokolade im Jahr.

Doch gibt es eine Schattenseite. Der Kakaohandel boomt, und damit alle Folgen marktwirtschaftlicher Prozesse auf dem Weltmarkt. Da die heißbegehrte Bohne nun einmal ausschließlich in tropischen – und meist ärmeren – Ländern reifen kann, werden die Preise weltweit seit Jahrzehnten gedrückt, um die Gewinnspannen so hoch möglich zu halten. Kognitiv weiß das natürlich jeder. Wer will schon eine leckere Tafel Schokolade konsumieren, die letztendlich durch unterbezahlte Kinderarbeit hergestellt wurde? Doch sind wir Menschen nun einmal Superstars im Ausblenden – und sie schmeckt doch soooo gut! Vielleicht kommt ja daher die vielzitierte (und unwahre) Legende, Schokolade würde manchmal Blut als Verdickungsmittel beigemischt? Weiterlesen

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Syrien: Deutscher Jurist inhaftiert – Ausgang ungewiss

16.

Der Kieler Jurist und Menschenrechtsaktivist Ismail Abdi wollte noch einmal seine todkranke Mutter besuchen. Diese Reise endete am 23.August 2010 in einem syrischen Gefängnis. Die Geheimpolizei hat ihn am Flughafen in Aleppo kurz vor seiner Ausreise vor den Augen seiner entsetzten Frau und seinen vier Kindern verhaften lassen. Weiterlesen

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Moderne Söldner: Was private Milizen so gefährlich macht

15.

Planänderung. Den für den 22. Dezember geplanten Artikel gibt es krankheitsbedingt schon heute… Ich bin guter Hoffnung, dass ihn das nicht weniger interessant oder aktuell macht. /eb/

22. Dezember 2004. Ein Konvoi der privaten amerikanischen Sicherheitsfirma Custer Battles durchfährt ohne anzuhalten einen staatlichen Checkpoint im Irak. Mehrere Schüsse auf die irakischen Sicherheitsposten verfehlen  ihr Ziel. Die Polizeibeamten springen in ihr Fahrzeug und fordern per Funk Unterstützung an. Es entsteht eine wilde Verfolgungsjagd, deren Verlauf, wenn er nicht bitterer Ernst in einem Kriegsgebiet wäre, wie direkt aus einem James-Bond-Film anmuten könnte. Verfolgt von Polizei und Milität rasen die Custer-Battles-Jeeps weiter, die bewaffneten Männer im Inneren feuern Kugeln auf die Reifen eines zivilen Fahrzeuges sowie auf die Insassen eines voll besetzten Minibusses ab. Schließlich wird der Konvoi von Fahrzeugen der irakischen Polizei, der Hafenpolizei und der britischen Armee gestellt.

Auch der Ausgang der Szene mutet an wie in einem Film. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Um ärgerliche weitere Untersuchungen oder gar Verhaftungen der gerade noch wild um sich schießenden Söldner zu umgehen, wird das Stillschweigen der anwesenden Iraker mit freimütig verteilten Geldscheinen erkauft. So versinkt der Vorfall gemeinsam mit zahlreichen ähnlichen Berichten in den geheimen Protokollen der US-Armee, die erst dank Wikileaks im Oktober 2010 an die Weltöffentlichkeit gelangen.* Weiterlesen

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