Monatsarchiv: November 2010

Advent, Advent…

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt (aber bitte keines aus regenwaldschädigendem Palmöl)!
In Deutschland denkt man derzeit ans Schnee schippen, an Weihnachtseinkäufe und eventuell an Urlaub, doch anderswo auf der Welt bleibt die Zeit keineswegs stehen. Menschenrechte sind international, hochaktuell, spannend und elementar wichtig.
Rechtzeitig zur vielzitierten Zeit der Einkehr gibt vom IPON-Team Negros Geschenke, und zwar ganze 24 Stück! Wir stellen vor: Den Adventskalender der Menschenrechte. Mira Florian, Arne Poedtke und Eline Bakker präsentieren jeden Tag einen kurzen Artikel in Form eines Kommentars, einer Analyse oder einer Dokumentation, je nach Lust und Laune. Mal geht es um schwere Menschenrechtsverletzungen, mal um Erfolge, mal beleuchten wir die Philippinen und IPONs Arbeit hier, mal blicken wir weltweit über den Tellerrand. Wir laden euch und Sie ein, mit uns die Welt der Menschenrechte zu erkunden – und gerne auch Kommentare mit uns zu teilen.
Los geht es morgen, pünktlich am 01. Dezember.
Frohe Winterzeit!

/eb/

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Aus Liebe zum Spiel – Eine philippinische Fußballperspektive

Die philippinische Fußballnationalmannschaft war wahrscheinlich die schlechteste der Welt. Im September 2006 stand die Nationalmannschaft auf Platz 195 der Weltrangliste. Nur solche große Fußballnationen wie Anguilla oder die Cook-Inseln, mit weniger als 500.000 Einwohnern, platzierten sich hinter den Philippinen. Bei einem Land mit 85 Millionen Einwohnern ist das mehr als peinlich. Die Erfolge der Nationalmannschaft bewegen sich im äußerst begrenzten Rahmen. Die Teilnahme an der Asienmeisterschaft 1956 gilt als größter Erfolg, freilich scheiterte man bereits in der Vorrunde. Für die Weltmeisterschaften 2006 und 2010 wurde gar nicht versucht sich zu qualifizieren. Wie es bei der letzten Weltmeisterschaft auf den Philippinen aussah, behandelt dieser Artikel Weiterlesen

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„Töte sie alle, nur die Medienvertreter nicht“ – Das Massaker in Maguindanao. Ein Jahr danach.

Vor genau einem Jahr erschütterte dieser Vorfall die Philippinen und weit darüber hinaus. Für einen kurzen Moment rückte die konfliktreiche Insel Mindanao im Süden des Landes in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Das Massaker ereignete sich in der Provinz Maguindanao. Traditionell steht sie unter Kontrolle des einflussreichen Ampatuan-Clans. Mitglieder der Familie besetzen die wichtigsten politischen Posten und schüchtern die Bevölkerung ein. Der Clanchef Andal Ampatuan Sr. war zwischen 2001 und 2009 Gouverneur der Provinz.  Falls sich Personen dem Willen der Ampatuans widersetzen, werden sie bedroht oder umgebracht:

„The Ampatuans are viewed as almost God, very powerful. A single word is enough to frighten the people, whatever they ask is done… Their arms make them powerful. They kill people.” A baranguay official in ARMM*, February 19, 2010.**

Das Wort der Ampatuans ist Gesetz. Der Rechtsstaat existierte für lange Zeit nicht. Durch Clan-Mitglieder verübte Morde, teilweise bei Tag und unter den Augen von Polizei und Militäreinheiten, wurden nicht verfolgt. Als Basis ihrer Macht nutzen sie eine bis zu 5000 Mann starke Privatarmee, die sich aus Polizei, Militär und paramilitärischen Kräften zusammensetzt. Weiterlesen

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Kämpfe gegen Windmühlen? – Beharrlich weitermachen, Teil 2

Bedrohung und ein neuer Anfang

Vor diesem „Dialog“ hatten wir bereits am Mittwochvormittag Gelegenheit die beiden Special Investigators Leo Villarino und Primo C. Campadog von der Regional Direktion des CHR in Cebu auf die ehemaligen Teves-Ländereien zu begleiten. Das CHR möchte sich ein eigenes Bild über die Lage machen. Deshalb war es für Eline und mich eine willkommene Möglichkeit die Ländereien zu besuchen. Denn Anfang September wurde gegen IPON das erste Mal in seiner Geschichte eine direkte Drohung ausgesprochen. Diese wurde und wird sehr ernst genommen; bis zur Einladung durch die Commission hatten wir davon abgesehen uns dieser Bedrohung auszusetzen. Weiterlesen

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Kämpfe gegen Windmühlen? – Beharrlich weitermachen, Teil 1

Don Quixote kämpfte einst gegen Windmühlen. So wie der Protagonist aus Miguel de Cervantes Stück Weltliteratur „El ingenioso hidalgo Don Quixote de la mancha“ fühlt man sich manchmal als IPON-Observer, wenn man staatlichen Akteuren in Gesprächen oder Konferenzen gegenüber sitzt. Man meint gegen Wände zu reden. Die Arbeit von IPON wird durch Fragen attackiert, die du oder deine Vorgänger schon gefühlt ein Tausend Mal beantwortet haben. Don Quixote führte zwar einen aussichtslosen Kampf und manche Momente fühlen sich hier genauso an. So erscheint ein Ende und ein zufriedenstellender Ausgang der Konflikte nach wie vor ungewiss. Im Gegensatz zu dem Romanhelden bedeutet dies aber umso mehr fokussiert zu bleiben und mit Beharrlichkeit den Windmühlen zu begegnen. Weiterlesen

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Katz und Maus auf Hacienda Agueda

Guards auf den Feldern

Security-Guards auf den Feldern, Hda. Agueda.

Eine Woche ist es nun her, dass uns gegen 8:00 Uhr morgens eine SMS von TFM-Community-Organizer Edwin erreichte. „Morning!just informing ur team d CLOA HOLDERS of has just take position and occupy the area w/ CLOA n moises padilla early this am.“ Mit anderen Worten: Die CLOA-Holder* von Hacienda Agueda hatten zwei ihnen zustehende Felder in Besitz genommen. Die Pflicht rief … Nach einem schnellen Frühstück und dem Packen einiger Klamotten für die kommenden Tage machten Arne und ich (Eline) uns auf den Weg.

Andauernder Landkonflikt inmitten beeindruckender Umgebung.

Der letzte uns bekannte Stand der Dinge auf Hacienda Agueda war Folgender: Das Final Survey hatte stattgefunden, der PARO hatte uns mitgeteilt, dass aus seiner Sicht nun endgültig und rechtsverbindlich das Land vermessen und vergeben sei. Die Bauern hatten anschließend angekündigt, spätestens nach der Ernte auch wirklich ihre Felder in Besitz nehmen zu wollen. Technisch gehörten die Felder – inklusive Ernte – schon lange zuvor der Bauerngemeinschaft, doch hatten sie beschlossen, selbige bis zum Ende der diesjährigen Erntezeit der ehemaligen Landbesitzerin zu überlassen, um weiterem Ärger und Auseinandersetzungen mit den – bewaffneten – Sicherheitsleuten aus dem Weg zu gehen. Weiterlesen

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