Monatsarchiv: Oktober 2010

Besorgnis und Sandsäcke auf Hacienda Mulawin

Besorgte Gesichter und Sandsäcke zeugen vom Ernst der Lage.

Besorgte Gesichter und Sandsäcke zeugen vom Ernst der Lage.

In den vergangenen Wochen hat sich eine neue Hacienda zu unseren Tätigkeitsfeldern hier auf Negros hinzugesellt. Die seit einigen Jahren als Hacienda Mulawin bekannten Ländereien in der Nähe von Sagay  fungieren als TFM-Model-Farm, auf der neben dem allgegenwärtigen Zuckerrohr und Reis auch biologisch produzierter Mais, Mungo-Bohnen und weitere, diversifizierte Gemüsesorten angebaut werden. So erübrigt sich übermäßiges Düngen und die Böden werden vor Auslaugung geschützt. Insgesamt 23 Hektar Land werden mit gutem finanziellen Erfolg von einer Kooperative von Landtitel-Besitzern bebaut. Doch der friedliche Schein trügt.

Bei unserem Besuch auf Hacienda Mulawin vor einigen Wochen wurde bald deutlich, wo die Probleme liegen – und, wie zu oft, klingen sie uns bekannt in den Ohren. Drei von zehn Landtiteln der Bauern-Kooperative wurden im Jahr 2003 durch das Landwirtschaftsministerium installiert. Die übrigen ihnen zustehenden Felder können die Bauern weder betreten noch bebauen; der Administrator der Ländereien hat eigens bewaffnete Sicherheitskräfte eingestellt, um sie von den umstrittenen Flächen fernzuhalten. Die vergangenen Jahre zeugen von den Problemen rund um die Landverteilung. Echte Ruhe ist etwas, das die ansässigen Bauern schon lange nicht mehr kennen.

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Rückkehr zur Normalität

Die Lage auf Hacienda Teresita-Jison scheint sich beruhigt zu haben. Ein Besuch am Donnerstag zeigte für einen „Kenner“, dass die Bedrohungen – wenn auch noch existent – so doch nicht mehr so akut zu sein scheinen wie noch vor zwei Monaten. Es wird nachts nicht mehr patrouilliert und die Zeugen des ersten Mordes bewegen sich tagsüber frei auf der Hacienda. Das Leben geht weiter. Neue Projekte wurden und werden in Angriff genommen, wie z.B. ein schon lange geplantes Badezimmer, das nun hinter dem Haus zu bewundern ist. Kein Duschen mehr im Fluss, sondern ein stabiles Bambushäuschen, wo man tatsächlich von Privatsphäre sprechen kann…

 
Die staatlichen Akteure erledigen ihre Pflichten weiterhin regelkonform. Ein Besuch beim Staatsanwalt in San Carlos zeigt, dass der erste Mordfall gerade beim „Clerk of Court“ liegt. Dieser wird den Fall nächste Woche an das Regionalgericht weiterverweisen, welches dann sofort die Haftbefehle ausstellen wird. Wir bekamen eine Telefonnummer, so dass wir einfach per Telefon nachverfolgen können, wie der Stand der Dinge gerade ist. Natürlich ist der Prozess von Anzeige bei der Polizei -> Fallüberweisung an den Staatsanwalt -> erste Untersuchung -> Fallweiterleitung ans Gericht -> Austellung der Haftbefehle sehr langsam. Dennoch sind wir guten Mutes, dass dieser Fall irgendwann einmal einen gerechten Abschluss findet und vor allem die Staatsangestellten zeigen, dass Menschenrechte, wie z.B. das Recht auf ein gerechtes Gerichtsverfahren und Gleichheit vor dem Gesetz, in den Philippinen eingehalten werden (können). /mf/

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