Lost in the Supermarket oder wie ich die Schokolade nicht fand…

Um mit dem gleichnamigen Lied von The Clash zu sprechen, so fühlte ich mich bei meinem ersten Mall-Besuch. Diese Malls sind riesige Einkaufszentren amerikanischer Herkunft und zählen zu den eher negativeren Dingen der westlichen Welt, abgesehen von Demokratieexporten und der Sicherung von Rohstoffen im Mittleren Osten. Nun stand ich also in diesem riesigen Monster aus lauter Musik, ziemlich kalter Luft und lauter Filipinos und versuchte im Supermarkt der Mall verzweifelt fünf Produkte zu finden unter gefühlt einer Milliarde Produkten. Deutsche Supermärkte sind mal gar nichts dagegen. Die Anordnung der Produkte ist absolut hanebüchen. Es gibt zwar eine Frühstücksabteilung, in der Marmelade zu finden ist, aber eine Preisangabe ist nirgendwo vorhanden, so dass ich wohl überteuerte Preiselbeermarmelade kaufte, die leider nicht an das skandinavische Gegenstück heranreicht.

Nun könnte man meinen, dass Toastbrot auch in der Nähe der Frühstücksabteilung zu finden sei, nachdem sowohl Marmelade als auch Cornflakes ohne größere Schwierigkeiten auffindbar waren (Auswahl beschränkt sich auf die Flakes der amtlich peinlichen Marke Nestle und den guten alten Kelloggs; vielleicht gehören diese aber inzwischen auch zu Nestle, wie so fast jedes Nahrungsmittel von diesem Konzern zu stammen scheint). Zurück zum Toastbrot: Nach diesen beiden Erfolgen des Einkaufs kam es, wie es kommen musste. Das Toastbrot war nicht zu finden. Es scheint keine offizielle Brotabteilung zu existieren, da die Filipinos entweder nicht auf Brot stehen oder einfach noch nie auf den Geschmack guten Graubrotes oder Vollkornbrotes gekommen sind. Dies entspricht eher meiner Theorie, die sich nahtlos an die Theorie über den amerikanischen Burger-Eatery-Besitzer aus unserer Nachbarschaft anschließt. Dieser erinnert mich an einen CIA-Agenten, der in irgendeinem lateinamerikanischen Nest vergessen wurde. Ein Amerikaner auf Negros, der Burger herstellt. Viel offensichtlicher gehts nicht mehr.

Das Toastbrot befand sich, nachdem mir eine Verkäuferin mehr oder weniger gut den Standort des  Brotes erklärt hat, letztendlich zwischen der Fisch – und Fleischzubereitung (wird alles frisch zubereitet). Völlig unerklärlich wie das Toastbrot dorthin gelangt sein könnte. Den Joguhrt fand ich dann durch unglaubliche Kombinationsgabe im Kühlregal – wo auch sonst, möchte man denken, aber nach der Schlacht um das Toastbrot rechnete ich auch hier mit einer Überraschung. Joguhrt wird aber zum Glück auch in diesem Land gekühlt.

Nun wollte ich natürlich auch noch Schokolade bekommen. Wer mich kennt, weiß von meiner Schokoladenvorliebe… 😉

Ein weiteres Frage-Antwortspiel mit einem Verkäufer war nach der ersten Erfahrung einfach nicht mehr drin. So irrte und schleppte sich ein auffällig langer, verdutzt dreinguckender, weißer Europäer durch die kilometerlangen Regalreihen, nur um bei langweiligen Cookies zu  landen. Von Schokolade in Form von Rittersport weit und breit keine Spur. Hier sollte nämlich auf Schokolade aus heimischen Gefilden gesetzt werden, da die philippinische Variante gerüchteweise wie Konfitüre schmeckt. Nach dieser doch herben Enttäuschung bewegte ich mich nach einer gefühlten dreiviertel Stunde zur Kasse, die ein ca. halben Meter langes Laufband hat. Dafür gibt es aber neben einer Kassiererin auch einen Tütenpacker. Sehr amerikanisch und ein Indiz dafür, wie billig Arbeitskraft in den Philippinen ist. Dieses Phänomen ist übrigens noch faszinierender, wenn in einem vielleicht 15 m² großen Bekleidungsladen ca. 9 Verkäufer herumstehen. Sobald du der einzige Kunde im Laden bist, haben die Verkäufer wohl noch mehr Freude an ihrem Tun, da sie dich als einzigen Kunden durchgängig beobachten. Gerade beim Unterwäschekauf ist das wohl ein Heidenspaß, wie mir berichtet wurde. /ap/

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Aktuelles, Alltagsleben

2 Antworten zu “Lost in the Supermarket oder wie ich die Schokolade nicht fand…

  1. Steffen Rudolph

    haha, der arne wieder. kleiner tipp: meistens ist das brot in der nähe des ein- und ausgangs. oder bei den teuren, ausländischen produkten.

    nee, der arne 🙂

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