Monatsarchiv: September 2010

Von Arbeit und Untätigkeit…

Die vergangenen Wochen waren gewissermaßen ein Wirbelwind der Eindrücke für uns „Frischfleisch“.
Zuerst war da Manila, das Kennenlernen der alten Teams, erste Treffen mit Vertretern von NGOs und staatlicher Stellen. Und zwischendurch immer wieder der vergebliche Versuch, sich im Straßengewirr der Hauptstadt zurecht zu finden. Die Fährfahrt nach Bacolod, unserem neuen Zuhause, war eine willkommene Ruhepause und vermittelte uns erste landschaftliche Aussichten auf die bunte Inselwelt der Philippinen sowie interessante Begegnungen mit Einheimischen an Bord des Schiffes.

Getreu dem Motto „no rest for the wicked“ ging es im Anschluss nach einer einzigen Nacht in Bacolod auf zur Hacienda Agueda, um einige der Akteure unserer Arbeit in der „Area“ kennenzulernen. Nach einer Nacht in Bäuerin Rosas Haus auf der Hacienda im Schatten von Negros’ Hausvulkan Mt. Canlaon folgten einige Tage des häuslichen Einrichtens in Bacolod.

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Lost in the Supermarket oder wie ich die Schokolade nicht fand…

Um mit dem gleichnamigen Lied von The Clash zu sprechen, so fühlte ich mich bei meinem ersten Mall-Besuch. Diese Malls sind riesige Einkaufszentren amerikanischer Herkunft und zählen zu den eher negativeren Dingen der westlichen Welt, abgesehen von Demokratieexporten und der Sicherung von Rohstoffen im Mittleren Osten. Nun stand ich also in diesem riesigen Monster aus lauter Musik, ziemlich kalter Luft und lauter Filipinos und versuchte im Supermarkt der Mall verzweifelt fünf Produkte zu finden unter gefühlt einer Milliarde Produkten. Deutsche Supermärkte sind mal gar nichts dagegen. Die Anordnung der Produkte ist absolut hanebüchen. Es gibt zwar eine Frühstücksabteilung, in der Marmelade zu finden ist, aber eine Preisangabe ist nirgendwo vorhanden, so dass ich wohl überteuerte Preiselbeermarmelade kaufte, die leider nicht an das skandinavische Gegenstück heranreicht.

Nun könnte man meinen, dass Toastbrot auch in der Nähe der Frühstücksabteilung zu finden sei, nachdem sowohl Marmelade als auch Cornflakes ohne größere Schwierigkeiten auffindbar waren (Auswahl beschränkt sich auf die Flakes der amtlich peinlichen Marke Nestle und den guten alten Kelloggs; vielleicht gehören diese aber inzwischen auch zu Nestle, wie so fast jedes Nahrungsmittel von diesem Konzern zu stammen scheint). Zurück zum Toastbrot: Nach diesen beiden Erfolgen des Einkaufs kam es, wie es kommen musste. Das Toastbrot war nicht zu finden. Es scheint keine offizielle Brotabteilung zu existieren, da die Filipinos entweder nicht auf Brot stehen oder einfach noch nie auf den Geschmack guten Graubrotes oder Vollkornbrotes gekommen sind. Dies entspricht eher meiner Theorie, die sich nahtlos an die Theorie über den amerikanischen Burger-Eatery-Besitzer aus unserer Nachbarschaft anschließt. Dieser erinnert mich an einen CIA-Agenten, der in irgendeinem lateinamerikanischen Nest vergessen wurde. Ein Amerikaner auf Negros, der Burger herstellt. Viel offensichtlicher gehts nicht mehr.

Das Toastbrot befand sich, nachdem mir eine Verkäuferin mehr oder weniger gut den Standort des  Brotes erklärt hat, letztendlich zwischen der Fisch – und Fleischzubereitung (wird alles frisch zubereitet). Völlig unerklärlich wie das Toastbrot dorthin gelangt sein könnte. Den Joguhrt fand ich dann durch unglaubliche Kombinationsgabe im Kühlregal – wo auch sonst, möchte man denken, aber nach der Schlacht um das Toastbrot rechnete ich auch hier mit einer Überraschung. Joguhrt wird aber zum Glück auch in diesem Land gekühlt.

Nun wollte ich natürlich auch noch Schokolade bekommen. Wer mich kennt, weiß von meiner Schokoladenvorliebe… 😉

Ein weiteres Frage-Antwortspiel mit einem Verkäufer war nach der ersten Erfahrung einfach nicht mehr drin. So irrte und schleppte sich ein auffällig langer, verdutzt dreinguckender, weißer Europäer durch die kilometerlangen Regalreihen, nur um bei langweiligen Cookies zu  landen. Von Schokolade in Form von Rittersport weit und breit keine Spur. Hier sollte nämlich auf Schokolade aus heimischen Gefilden gesetzt werden, da die philippinische Variante gerüchteweise wie Konfitüre schmeckt. Nach dieser doch herben Enttäuschung bewegte ich mich nach einer gefühlten dreiviertel Stunde zur Kasse, die ein ca. halben Meter langes Laufband hat. Dafür gibt es aber neben einer Kassiererin auch einen Tütenpacker. Sehr amerikanisch und ein Indiz dafür, wie billig Arbeitskraft in den Philippinen ist. Dieses Phänomen ist übrigens noch faszinierender, wenn in einem vielleicht 15 m² großen Bekleidungsladen ca. 9 Verkäufer herumstehen. Sobald du der einzige Kunde im Laden bist, haben die Verkäufer wohl noch mehr Freude an ihrem Tun, da sie dich als einzigen Kunden durchgängig beobachten. Gerade beim Unterwäschekauf ist das wohl ein Heidenspaß, wie mir berichtet wurde. /ap/

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Abschiede und Ausblicke

Seit heute sind Mira, Eline und ich alleine in Bacolod, da Friederike und Anna gen Manila aufgebrochen sind und morgen Richtung Deutschland abheben werden. Im Moment ist das Haus mit einer recht merkwürdigen Ruhe erfüllt. Wir müssen uns erstmal an die neuen Platzverhältnisse gewöhnen. Wir wünschen den beiden auf alle Fälle eine Reise nach Jerusalemangenehme Heimreise, ein leichtes Wiedereingewöhnen in Good Old Europe und weiterhin eine gute Zeit in Wien und Oldenburg. Nach den ganzen Abschiedsfeiern in Hacienda Agueda und hier in Bacolod, ist die nächste Woche wieder gut mit Arbeit eingedeckt.

Am Montag geht es auf die Hacienda Mulawin im Norden Negros‘. Hier kam es in letzter Zeit zu einigen Übergriffen auf TFM-Bauern. Wir werden dort den gesamten morgigen Tag mit Gesprächen mit den betroffenen Bauern, der Staatsanwaltschaft und der Polizei verbringen, um uns ein Bild von der Lage vor Ort zu verschaffen. Danach kann mehr gesagt werden, ob und wie IPON hier aktiv werden könnte.

Am Dienstag treffen wir uns dann mit den Bauern der Hacienda Teves hier in Bacolod. Normalerweise würden wir zu den Bauern nach Sta Catalina fahren, um ein Informationsupdate seit dem letzten Besuch zu bekommen. Dies ist derzeit leider nicht möglich, da wir von einem TFM-Bauern die Mitteilung bekommen haben, dass wir, wenn wir wieder dorthin kämen, entweder gekidnappt oder gleich erschossen würden. Auch vor dem Hintergrund, dass beim letzten IPON-Besuch im Mai Fotos vom Observerteam geschossen wurden, nehmen wir diese Drohungen sehr ernst. Dies ist das erste Mal, dass gegen IPON eine direkte Bedrohung ausgesprochen wurde. Wie soll damit weiterverfahren werden? Was bedeutet das für uns, bzw. unsere Arbeit auch vor dem Hintergrund der bald von Deutschland aus anlaufenden Teves-Kampagne? /ap/

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Erste Eindrücke

Endlich angekommen! Nach knapp zwei Wochen auf den Philippinen beginnen wir langsam, zumindest unsere unmittelbare Umgebung weniger durch die Touristen-Brille zu betrachten. Wir schütteln nicht mehr den Kopf darüber, dass eine Schachtel Zigaretten am Sari-Sari-Store weniger kostet als ein Klobesuch an einer deutschen Raststätte oder darüber, wie viele Philippinos in, auf und um ein Tricycle (Motorrad mit Beiwagen in verschiedensten Größen und Ausstattungen) passen. Wir wissen, dass man im Jeepney „Lugar lang“ sagt, wenn man aussteigen möchte und dass der Fahrer, egal wie leise und undeutlich diese Worte ausgesprochen werden oder wie laut gerade philippinische Schmachtfetzen aus dem Radio dröhnen, sofort reagiert und ruckartig auf die Bremse tritt, um die betreffende Person an Ort und Stelle abzusetzen.

Tricycles

Tricycles, zur Abwechslung mal nicht voll beladen.

Auch die verschiedenen Bereiche unserer eigentlichen IPON-Arbeit nehmen langsam Gestalt an. Nach und nach trafen wir in Manila, hier in Bacolod und auf zwei Haciendas verschiedenste Akteure im Landkonflikt, den wir im Auftrag unserer Partnerorganisation TFM beobachten. So wurden wir beispielsweise bereits an einem unserer ersten Tage in Manila, bestens gekleidet und gestriegelt, bei der CHR, der staatlichen Commission for Human Rights, vorstellig; ein Termin, der sich in vielerlei Hinsicht als beispielhaft für die Arbeit mit staatlichen philippinischen Stellen herausstellte. Wie so oft im hiesigen Staatsapparat fehlt es der CHR an allen Ecken und  Enden, vor allem finanziell und in der Personaldecke. Das bedeutet gar nicht unbedingt, dass das vorhandene Personal nicht engagiert wäre. Im Gegenteil, gerade die CHR ist sehr interessiert an unserer Arbeit als Menschenrechtsbeobachter und verspricht, unseren Erkenntnissen nachzugehen. Doch die Mühlen philippinischer Institutionen mahlen langsam, so viel haben wir mittlerweile gelernt. Ein angekündigter Report muss erst die streng hierarchische Institutions-Pyramide durchlaufen – vom kleinsten Angstellten auf Regionalebene bis hin zur Rechtsabteilung und dem Commissioner höchstselbt – und ist mit Sicherheit nicht dann fertig, wenn er eigentlich erscheinen sollte.

Auch auf den Haciendas, bei den von uns betreuten Farmergruppen, stoßen wir auf viel Wohlwollen und philippinische Gastfreundlichkeit, aber ebenso auf für korrekt-bürokratisch aufgewachsene Europäer ungewohnte Hürden. Zeitangaben sind schwammig, mündliche Berichte müssen in unseren Hacienda-Profilen häufig revidiert werden, Schriftstücke sind nicht auffindbar und Landeigentum ist eher selten auf Karten eingezeichnet, sondern wird einfach direkt vor Ort mit einem allgemein gehaltenen Schwenk der Arme vorgeführt. Kurzum: Informationen können je nach vergangener Zeit seit dem entsprechenden Vorfall, Übersetzer, Gesprächspartner, Jahreszeit oder Gutdünken sehr unterschiedlich ausfallen und lassen sich nur schwer mit wissenschaftlicher Gründlichkeit verarbeiten und dokumentieren.

Doch eines ist klar: Einige schwarze Schafe unter den Großgrundbesitzern wehren sich mit Händen und Füßen – und bewaffneten Wachen – gegen längst gerichtlich geklärte Eigentumsverhältnisse. Drohungen, Gewalt und Schikane gegen organisierte Menschenrechtsverteidiger in der Landwirtschaft sind und bleiben traurige philippinische Realität, so dass der Sinn unserer Arbeit hier – leider, möchte man sagen – schnell ersichtlich wird.
/EB/

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WE PROUDLY PRESENT…..

Es gibt nur sehr wenige gute Gründe nach Manila zu fahren. Manila ist laut und hässlich und versmogt. Verbaut und chaotisch, eine Stadt aus mehreren Städten. Die Taxifahrer sind launisch und äußerst wählerisch bei ihrer Kundschaft, das Wort überfüllt ist bei der Metro eine starke Untertreibung. Manila, Stadt der Gegensätze,  der Slums und klimatisierten Diplomatenbüros, kurz: Manila ist furchtbar anstrengend.

Schon bei unserer Ankunft letzten März wurden wir vom vorherigen Team vor der Hauptstadt gewarnt, blieben nicht länger als nötig und wurden schnell nach Negros verschifft. Nach Bacolod, City of Smiles.

Ein guter Grund für einen Besuch in Manila ist allerdings ein Termin mit dem neuen Minister des Agrarreformministeriums (DAR), Virgilio Delos Reyes. Der weiß jetzt nicht nur, dass es IPON gibt, sondern auch, und viel wichtiger, über die Probleme auf Hacienda Teves in Negros Oriental Bescheid. Wir dagegen können nur hoffen, dass der freundliche und umgängliche Eindruck des neuen Ministers nicht täuscht und er sich als weniger beeinflussbar und wankelmütig als sein Vorgänger erweisen möge. Neben Terminen mit nationalen staatlichen Stellen gab es diesmal noch einen anderen, ausgesprochen guten Grund für einen Manilabesuch: Die Neuen sind da!

…TEAM NO 5!

Dazu gehört einmal Eline (philippinische Aussprache: wahlweise Elin oder Elina, ein E am Ende ist und bleibt ein Problem). Mit 27 Jahren hat Eline Sozialwissenschaften studiert, als Wahlberlinerin Touristen herumgeführt, ist um die Welt gereist, war mehrmals länger in Indonesien und ist momentan offiziell Physikstudentin. Sie wird als Vorstandsmitglied des „Ärzte“ – Fanclubs hoffentlich einen positiven Einfluss auf die hier allgegenwärtige Schnulzenmusik ausüben – zumindest aber durch kulturellen Austausch das sehr schräge und äußerst veraltete Bild deutscher Musik wieder auf den halbwegs neusten Stand bringen. Neben Eline ist Quotenmann Arne Teil des neuen Negros-Teams. Arne (philippinische Aussprache: nahezu unmöglich. Da sein Name ein ungeheurer Zungenbrecher zu sein scheint, ist aus Arne kurzerhand Arnie geworden. Das geht nicht nur flott von den Lippen sondern hat auch den Vorteil, dass Arnie Teves jetzt einen Namensvetter hat, der sich der Bedeutung der Menschenrechte durchaus bewusst ist.) Manche nennen Arne auch Barney – und Simpsonsliebhabern wird tatsächlich eine Ähnlichkeit auffallen, besonders hinsichtlich der Bieraffinität. Arne ist 25, durch und durch Schleswig-Holsteiner und studiert Europäische Ethnologie und Geschichte. Außerdem hat er „a nose like a mountain“ wie die aufmerksame Dame in der Bäckerei um die Ecke schon festgestellt hat (man darf das durchaus auch als Kompliment verstehen).

Beide, Eline und Arne sind sehr sehr groß, und das nicht nur gemessen an philippinischen Verhältnissen. Mit ihrer enormen Körperlänge werden sie sicherlich Eindruck machen auf korrupte lokale Polizeichefs und untätige DAR-Angestellte, denen sie früher oder später unvermeidlich begegnen werden. (Vielleicht führt das auch dazu, dass ihr Alter annähernd richtig eingeschätzt wird, sie wären damit sicherlich das erste IPON-Team auf Negros dem das so geht. Zu schätzen weiß man das nur, wenn man beispielsweise von der Staatsanwältin ein überraschtes: „Und ich dachte Sie wären erst 16!“ zu hören bekommt. Generell scheint man hier, wenn auch nicht immer minderjährig, so doch mindestens fünf Jahre jünger zu wirken).

Hochmotiviert und tatendurstig: Arne, Eline und Christian, neues Mitglied des IPON-Teams auf Bondoc (von links)

Nach mehr als einer Woche auf den Philippinen haben sowohl Eline als auch Arne die erste nachhaltig prägende, leidvolle Erfahrung eines jeden IPON-Observers gemacht: Die offiziellen Observer T-Shirts sind für unsere Arbeit hier ungefähr so geeignet wie eine Badehose am Nordpol. Aus dicker, fester und dunkler Baumwolle gewebt ist der durchschnittliche Observerkörper darin kaum lebensfähig. Team 5 durfte diese Erfahrung während ihres ersten Besuches auf Hacienda Agueda machen: brütende Mittagshitze, gefühlte 40 Grad im Schatten, kaum Wind, ausgedehnte Wanderungen über die Felder (der  kopfschüttelnde Stoßseufzer, voll Unverständnis über die unergründlichen Entscheidungen der Koordination in Hamburg wird nicht der letzte ihrer Observerzeit sein…) Neben den Bauern auf Hacienda Agueda haben Eline und Arne auch schon Bekanntschaft mit Tanduay und Red Horse gemacht. (Während dieser Blogartikel sich seinen letzten Sätzen entgegentippt, verkündet Barney übrigens soeben, dass er nicht nur Held genannt werden will für seine Bereitschaft Bier zu holen sondern das auch gerne an dieser Stelle verewigt hätte. Eine umfangreiche disziplinierende Theorieeinheit am nächsten Tag wird ihn sicherlich wieder auf den Boden der philippinischen Tatsachen zurückbringen.)

Die Ankunft von neuen, motivierten IPON-Observern bedeutet allerdings auch Abschiednehmen: so werden Anna und Friederike nach über sechs Monaten wieder zurückkehren ins herbstliche Deutschland – Mira dagegen wird noch bis Dezember bleiben. Es wird ein wehmütiges Abschiednehmen…

Dem neuen Team wünschen alles Gute für die nächsten Monate, eine ruhige Erntezeit ohne Tote oder Verletzte, das Glück in den kleinen Erfolgen und natürlich außerordentlich viele hochanständige, überaus bemühte Staatsbedienstete (letzteres ein frommer Wunsch…)

Mabuhay! Schön, dass ihr da seid:

Welcome to the City of Smiles on the Island of Sugar! /fm/

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Gedämpfte Hoffnungen

Unsere Hoffnung auf Fortschritte für Hacienda Agueda im Zuge des final survey wurden bereits auf der Fahrt von Manila zurück nach Bacolod gedämpft. Auf Nachfrage bekamen wir von Edwin, dem Community Organizer unserer Partnerorganisation TFM (Task Force Mapalad), die Information, dass das Survey-Team von den Security Guards der Montanez-Familie daran gehindert wurde, das Land zu betreten. Erst am folgenden Tag war es möglich auf einem anderen Weg auf das Land zu gelangen. Die Polizeipräsenz schien die Guards nicht daran zu hindern ihren Befehlen zu gehorchen. Als wir am Mittwoch zur Hacienda fahren, werden auch wir daran gehindert das Land auf direktem Weg zu betreten. Dass wir durch einen Umweg trotzdem zu den Häusern der Bauern gelangen, scheint die Guards allerdings nicht weiter zu stören.

Der Survey, wegen einer Konferenz mit der Landbank um einen Tag verschoben, wird am nächsten Tag bei Anwesenheit der Polizei und auch einem Security Guard ohne weitere Probleme fortgesetzt. Doch ob das Land später tatsächlich friedlich installiert werden kann, müssen wir erst noch abwarten. Ein Telefongespräch mit dem Sohn der Landbesitzerin offenbart, dass Frau Montanez emotional sehr an diesem Land hängt. Die Kopie eines Briefes, der uns später noch übergeben wurde, zeigt, dass allein das DAR (Agrarreformministerium) an der Lage der Bauern schuld ist, da es Prozesse verschleppt. Aha. Die Tatsache, dass diese Prozesse erst durch den Widerstand der Landbesitzerin in Gang gesetzt wurden, scheint ihm wohl nicht so bewusst zu sein. Wir vereinbaren zu einem anderen Zeitpunkt und in Ruhe über unseren Standpunkt zu diskutieren. Spannende Zeiten liegen vor uns… /mf/

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