Kommunikation, oder so ähnlich…

Wir treffen Montag, morgens um 10.30 Uhr in La Castellana ein, machen unsere Lebensmitteleinkäufe, warten pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Wie von Edwin als Vorschlag der Bäuer_innen an uns kommuniziert wurde. Aber unsere sonst so zuverlässigen Bäuer_innen kommen nicht – sie wussten von nichts.

Wir sind da nicht besonders empfindlich und fahren gut gelaunt zu den Bäuer_innen, die uns freudig empfangen. Erst einmal müssen wir fürstlich tafeln, dann erkundigen wir uns nach neuen Entwicklungen. Es ist enttäuschend. Bei unserem letzten Treffen mit Edwin, dem lokalen Community Organizer von TFM,  hatte dieser berichtet, dass die Polizei endlich zur Hacienda gefahren sei und Ermittlungen angestellt habe. Wir hatten uns gefreut, denn eines der Hauptprobleme bestand bislang darin, dass die Polizei beinahe sämtliche blotter (Meldungen) der TFM-Bauern ignoriert hat und sich noch nicht einmal die Mühe machte überhaupt das betroffene Gebiet zu betreten – schweigen wir über das Ausbleiben von daraus folgenden Schritten.

Jetzt erfahren wir, dass es zuvor einen weiteren Vorfall gegeben hatte, bei dem die Bäuer_innen wiederum ein Feld aus ihrem Besitz verloren haben. Sie wurden nun endgültig aus dem Gebiet der Hacienda welches der Gemeinde Moises Padilla angehört vertrieben und trauen sich nicht einmal mehr ihre Freund_innen zu besuchen, die dort leben. Dies steht natürlich in eklatantem Widerspruch zum philippinischem Wegerecht. Aber gerade rechtliche Fragen werden von der Großgrundbesitzerin ja gerne ignoriert und bislang hat sie damit auch keine wirklichen Probleme bekommen. Angeblich gibt sie bei den Nachbarn damit an, dass die Regierung sich ohnehin nicht für die Durchsetzung der Landreform interessiere und sie daher gefahrlos so weitermachen könne wie bisher.

Manche Bauern haben sich vorerst etwas zurückgezogen, es ist zu schwierig so eine Situation auf Dauer zu ertragen.

Immerhin versuchen die Security Guards nur einmal uns rauszuschmeissen, indem sie mit einer Anzeige drohen. Wir antworten freundlich, dass sie das gerne versuchen können – vielleicht glauben sie ja der Polizei, dass sie keine Befugnis haben uns den Zugang zu den Bauern zu verbieten. Später kommen sie anscheinend mit ihren Recherchen vorerst zu dem Punkt, dass es für sie besser ist, uns einfach gewähren zu lassen.

Ein Versuch den Polizeichef zu treffen führt uns erst zu einem Sprint durch strömenden Tropenregen, weswegen wir nassen Hunden ähneln, als wir das Polizeihauptquartier endlich erreichen. Chief Flores ist jedoch nicht da und wir werden auf den nächsten Tag vertröstet. Wir fahren zum Militär, das auf Hacienda Agueda einen Außenposten unterhält, um dem regionalen Kommandanten unseren Report zu überreichen. Es ist ein neuer Mann in dieser Position, wie wir überrascht feststellen. Er nimmt sich spontan Zeit für unser Anliegen. Jedoch kann er uns keine Antworten geben, er ist erst seit wenigen Wochen im Amt. Später treffen wir dann den Polizeichef Flores, der uns nun auch einmal freundlich erleben darf – hat er sich doch endlich mal dazu durchgerungen, Ermittlungen anzustellen. Bei dem Lesen unseres Berichtes wird ihm noch unbehaglich genug werden, sind da doch viele vorhergehende Versäumnisse in Sachen Agueda nachzulesen. Aber wenn er nun seine Arbeit macht, hat er vermutlich nichts zu befürchten. Auf einen Zeitungsartikel, demzufolge er wegen nachgewiesener Einmischung in Parteipolitik des Amtes enthoben werden sollte, sprechen wir ihn natürlich auch nicht an. Obwohl wir zugegebenermaßen gerne wüssten, was nötig war um dennoch den Posten weiter zu behalten. Der MARO, der lokale Vertreter des Agrarreformministeriums (DAR), vertröstet uns während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes, verabredet sich mit uns in Bacolod und sagt dann kurzfristig ab. Das ist die Form in der wir es gewohnt sind.

Wir haben plötzlich Zeit, den plötzlich vermehrt auftretenden Tropenregen zu genießen, unsere Meetinglisten zu schreiben und Erledigungen zu machen – und uns zu ärgern, dass wir einen Vertreter vom nationalen DAR aus Manila verpasst haben –  weil wir zu spät von dem Besuch unterrichtet wurden. Schade für die Bauern auf Agueda, schade für die auf Teves. /ah/

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Eingeordnet unter Hacienda Agueda

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