Monatsarchiv: April 2010

Die nächsten Tage und Wochen….

… erwarten wir keine überraschenden Entwicklungen und Bedrohungen auf den Haciendas. Viel ist jetzt Anwälten überlassen, liegt den Gerichten zur Entscheidung vor. Und nicht zuletzt wartet alles  auf die Wahlen am 10. Mai. Noch weiß niemand, wer welche Ämter bekommen wird, welche Positionen ausgetauscht und wie die Machtverteilung sich für die nächsten sechs Jahre gestalten wird. Nicht der Zeitpunkt, um Tatsachen zu schaffen, konkrete Entscheidungen zu treffen – das ganze Land verharrt abwartend. Für uns die Möglichkeit, die Zeit zu nutzen und uns anderen Dingen zu widmen. So wird ein Teil unseres Teams in der Woche vom 19. April nach Manila fliegen, um sich dort mit nationalen  staatlichen Stellen zu treffen; ein anderer Teil bleibt in Bacolod um bei zwei gerichtlichen Anhörungen, die TFM- Bauern betreffen, anwesend zu sein.  Bei dem Besuch in Manila dagegen soll es vor allem um Hacienda Teves in Negros Oriental gehen. Zu dieser Hacienda arbeitet IPON schon längere Zeit und hat einen detaillierten Report zu der besonders brenzligen menschenrechtlichen Lage  dort veröffentlicht. (Es gibt auf unserem Blog eine knappe Zusammenfassung dieses Reports). Stellungnahmen wurden damals von allen wichtigen staatlichen Stellen versprochen,  bis jetzt hat IPON jedoch kaum Rückmeldungen erhalten – Grund genug also, die jeweiligen Stellen an ihre Versprechen zu erinnern. Auch auf die Lage in Hacienda Agueda werden wir in Manila hinweisen und insbesondere das Agrarreformministerium über unsere Ergebnisse informieren. Zeit zum Ausruhen wird auch nach dem Besuch in der Hauptstadt kaum bleiben; so ist ein weiterer Besuch auf der Hacienda Teves geplant, unter anderem auch, damit das neue Team sich ein besseres Bild von der Situation vor Ort machen kann. Um auch die regionalen Behörden an den Menschenrechtsreport zu Hacienda Teves zu erinnern und Stellungnahmen einzufordern, wird es im Anschluss in die Hauptstadt von Negros Oriental, Dumaguete gehen und von dort auf die Nachbarinsel Cebu. Viel zu tun also bis zu den Wahlen – und natürlich halten wir euch auch weiterhin über alle aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden… /fm/

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Zeitungsartikel von Irene Winkler

Irene Winkler im „Dörferblick“ Sep 09 vor ihrem Einsatz als Menschenrechtsbeobachterin

Irene Winkler in der „Adlershofer Zeitung“, Nov 09 schreibt in dem Artikel „Unsere Präsenz soll das Gewaltpotential verringern“ über ihre Erlebnisse nach einem Monat als Beobachterin

In ihrem Artikel „Auf und davon – seit 6 Monaten beobachte ich den Konflikt um Zuckerrohrfelder“ schreibt Irene Winkler im „Dörferblick“, April 2010 nach einem halben Jahr Philippinen über ihre gesammelten Erfahrungen. /fm/

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Heute kein Stromausfall?

Eigentlich seien auf Negros Stromausfälle eher selten. Die Insel werde über Wasserkraft und Geothermik verhältnismäßig zuverlässig versorgt und normalerweise funktioniere die Stromversorgung sehr gut… heißt es. Dennoch ist in den vergangenen Tagen jeden Abend der Strom ausgefallen. An manchen Tagen gab es auch Nachmittags einen ersten Brownout, wie Stromausfälle hier genannt werden.

Das soll mit dem El Niño zusammenhängen, ein Klimaphänomen, dessen Auswirkungen üblicherweise in der Gegend von Peru zu spüren seien und auf das die ungewöhnliche Hitze, die wir hier bislang erlebt haben, ebenfalls zurückgeführt wird. Dadurch, dass die Flüsse weniger Wasser führen verliere die Energiegewinnung durch Wasserkraft an Effizienz und die Folge seien die Stromausfälle, die uns dazu zwingen die Rechner auszuschalten und die Arbeiten liegen zu lassen.

Oft versagt so auch unsere Versorgung mit Leitungswasser, weshalb eine Tonne zur Reserve unseren Balkon ziert. Aber es gibt viel drastischere Auswirkungen und Reaktionen: Viele Reisfelder vertrocknen, Carabaos und andere (sicher nicht nur Nutz-)Tiere sterben, es gibt Ernteausfälle und verstärkte Versuche der Regierung den ausbleibenden Regen chemisch zu erzwingen.

Es wird dauern, bis vorläufig eine natürliche Verbesserung der Wetterverhältnisse eintritt. Die Hitzeperiode beginnt üblicherweise im April und endet Anfang Juli. /ah/

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Guimaras – Passionsspiele und Mangoshakes

Über die Ostertage haben wir uns ein paar freie Tage auf Guimaras, einer kleinen Nachbarinsel von Negros, gegönnt. Dort finden traditionell am Karfreitag Passionsspiele statt. Doch selbst dort darf das für die Philippinen traditionelle Fortbewegungsmittel, der Jeepney, nicht fehlen. Dieser brachte manche der Schauspieler von einer Schauspielstätte zur nächsten, während Jesus sein Kreuz tatsächlich selbst tragen musste. Das ganze fand zur besten Leidenszeit, mittags um zwölf Uhr, statt. Doch Observer sind hart im Nehmen, und wir sind zusammen mit vielen anderen, drei Stunden lang dem Spektakel hinterhergezogen.

Deshalb war am nächsten Tag Faulenzen in Guisi Beach angesagt. Auch wenn wir jetzt schon einen Monat in den Philippinen sind, war es doch das erste Mal, dass wir tatsächlich am Strand waren. Umso mehr haben wir diese Zeit dann auch genossen. Blauer Himmel, klares Wasser, heller Sand… und die Mangoshakes auch nicht zu weit entfernt. Was will man mehr?

Inzwischen hat uns die Arbeitsrealität wieder und wir holen nach, was in vier Tagen Urlaub liegen geblieben ist. Eines jedoch haben wir aus Guimaras mitgenommen – das Rezept für die besten Mangoshakes… /mf/

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